Tumorentstehung

Es hat sich eine ganz neue Sicht auf Krebserkrankungen eröffnet!

Eine neue Theorie erklärt, warum Tumoren oft nach scheinbar erfolgreicher Behandlung plötzlich nachwachsen: Sie gehen aus einem kleinen Reservoir von Stammzellen hervor, die gegen herkömmliche Therapien immun sind.


Dass irgendwo tief im Körper des Menschen die Saat des Bösen schlummert, haben deutsche Ärzte schon früh vermutet. Der Pathologe Rudolf Virchow und sein Schüler Julius Cohnheim äußerten bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem sie Gewebe mit absonderlichen Mischgeschwülsten begutachtet hatten, die Befürchtung, in den Geweben erwachsener Menschen finde sich Restgewebe embryonalen Ursprungs, aus dem bösartige Wucherungen hervorgehen können.


In späteren Experimenten entnahmen die Ärzte Chester Southam und Alexander Brunschwig ihren Patienten Tumorzellen – und spritzten ihnen selbige an anderer Stelle unter die Haut. Ein ethisch verwerfliches, aber aufschlussreiches Tun: Nur wenn sie mehr als eine Million Zellen injizierten, wucherten den Testpersonen neue Geschwülste. Diese Beobachtung aus dem Jahr 1960 ließ Forscher spekulieren, selbst der größte Tumor entstehe aus einigen wenigen „Krebsstammzellen“.


Lange haben Wissenschaftler gerätselt, aus welchem Reservoir diese Tumoren nachwachsen. Doch inzwischen geben sich viele Onkologen überzeugt, den Ursprung des Bösen erkannt zu haben: Im Körper eines krebskranken Menschen schlummert offenbar eine winzige Schar entarteter Zellen. Diese trotzen herkömmlichen Therapieversuchen und können eines Tages neue Tumoren und Tochtergeschwülste (Metastasen) hervorbringen.


Die Krebs-Keimlinge haben Eigenschaften, wie sie bisher nur von Stammzellen bekannt waren: Sie sind praktisch unsterblich, tragen bestimmte Proteine auf ihren Oberflächen und können zu unterschiedlichen Zelltypen heranreifen. So wie eine Herzstammzelle alle Zellen hervorbringen kann, aus denen ein Herz besteht, so kann eine Krebsstammzelle sämtliche Zellen entstehen lassen, die sich in einem Tumor finden.


In einer Schale sammelten sich die gewöhnlichen Krebszellen: Sie machen offenbar 90 Prozent der Tumormasse aus, sind aber alt und bereits ausgereift. Selbst als die Forscher Labormäusen 10000 dieser Zellen unters Fell spritzten, wuchsen daraus keine Tumoren.


In einer anderen Schale dagegen landeten die Krebsstammzellen. Sie machen nur einen Bruchteil des Tumors aus, sind aber vital und gefährlich. Selbst als die Forscher nur 200 dieser Killer in Mäuse spritzten, wucherten die Krebsherde: Diese bestanden ihrerseits aus vielen ausgereiften Krebszellen und einigen wenigen Krebsstammzellen.


Inzwischen haben die Forscher Hinweise gefunden, warum den gefährlichen Stammzellen mit herkömmlichen Mitteln nicht beizukommen ist: Zum einen zerstören Zytostatika generell Zellen, die sich vermehren – die Krebsstammzellen jedoch tun das vergleichsweise selten; die meiste Zeit über verharren sie in einem zellulären Dornröschenschlaf. Außerdem stellen sie eine besonders große Zahl Transportproteine her, die chemotherapeutische Gifte regelrecht aus der Zelle pumpen.


Eine weitere Besonderheit haben die Wissenschaftler um Jeremy Rich vermeldet. Sie haben Krebsstammzellen aus Gehirntumoren isoliert und im Labor radioaktiv bestrahlt – für gewöhnliche Zellen eine mörderische Prozedur, die diesmal jedoch kaum Wirkung zeigte: Als die Forscher die bestrahlten Zellen in Mäuse verpflanzten, wuchsen in diesen genauso bedrohliche Tumoren wie in Vergleichstieren, die unbestrahlte Krebsstammzellen erhalten hatten.


Eines allerdings bleibt noch völlig offen: woher die wehrhaften Winzlinge eigentlich stammen. Bekannt ist zumindest, dass die Missetäter im Unterschied zu normalen Körperzellen eine eigene genetische Signatur tragen. Die Wissenschaftler verglichen gesunde Zellen aus Brustgewebe mit Krebsstammzellen: In Letzteren spielten 186 Gene eine besonders auffällige Rolle. Nachforschungen in einem niederländischen Krebsregister offenbarten, dass diese Signatur eine Prognose über den Verlauf der Krankheit erlaubt: Patientinnen, in deren Tumor sich dieses Genmuster findet, sterben vergleichsweise früh. Mehr noch: Dieser Zusammenhang gilt auch für Lungen- und Prostatakrebs sowie für einen bestimmten Hirntumor (Medulloblastom).


Hier ist die ECT–Therapie mit Galvanischem ( Gleich-) Strom ein Ansatz, dies in ausreichender Form umzusetzen.

 

 
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