Gesundheitsreport Köln

Mit Strom gegen Krebs

Erste alternative Tumorbehandlung in Köln


Die Ursachen von Krebs sind bis heute nicht ausreichend erforscht. Die herkömmlichen Methoden der Tumorbehandlung wie Operationen oder Bestrahlung des Gewebes bewirken zwar eine kurzfristige Entfernung des kranken Gewebes, garantieren jedoch keine vollständige Genesung.
Tumore entstehen erst durch das Versagen des Immunsystems. Demzufolge bemüht man sich das Immunsystem gezielt zu unterstützen. Eine Kombination auskonventioneller und immunstabilisierender Therapie gilt als hoffnungsvoller Ansatz.
In Fachkreisen spricht man bei dieser Tumorbehandlung auch von einem Konzept der integrativen Tumorbehandlung. Integrativ bedeutet, alle therapeutischen Behandlungsformen gegen die Tumorerkrankung zu bündeln, um den Tumor von möglichst vielen Seiten aus zu behandeln. Gezielte Immuntherapien in der Behandlung von Tumoren etwa mit Immunglobulinen sind relativ neu und die Wissenschaft erhofft sich von dieser Behandlung möglichst wenige Nebenwirkungen. Immuntherapeutische Verfahren sollten zusätzlich neben den drei klassischen Strategien der Behandlungsmöglichkeiten immer Begleiter der Krebstherapien sein.

 

GR Köln bat um nähere Informationen:
GR: Herr Weber, was bedeutet ECT/BET?
Weber: „ECT/BET sind die Kürzel für Elektro-Cancer-Therapie oder Bio-Elektro-
Therapie. Bereits vor über hundert Jahren erkannten Forscher, dass Tumorgewebe durch gleichgerichteten Schwachstrom im Milliampere-Bereich zerstört wird, ohne dass dabei gesunde Zellen angegriffen werden. Der Österreicher Dr. Rudolf Pekar Griff diese Erkenntnis bereits vor 40 Jahren
auf. Er entwickelte entsprechende Apparaturen, die er dann, nach Tierversuchen,
in den 70er Jahren mit großem Erfolg in der Behandlung diverser Tumorarten
bei Menschen einsetzte. Heute werden in Deutschland und Österreich in Zusammenarbeit mit klinischen Institutionen nach der Methode PEKAR in größerem Umfang und sehr erfolgreich verschiedene Tumorarten, auch Rezidive nach Operationen, Chemo- und/oder Strahlentherapie behandelt. Dabei kommt ein modernes computergesteuertes Gerät zur Anwendung, das zertifiziert ist und neuestem klinischen Standard entspricht."

GR: Wem kann die ECT helfen?
Weber: „Die ECT ist geeignet für alle Tumore, die mit Nadel- und Flächenelektroden zugänglich und nicht Strom abweisend sind. Die entsprechende Stelle wird zuvor steril abgedeckt und betäubt. Der Erfolg der ambulanten Therapie ist zudem abhängig von der Analyse der Tumorbeschaffenheit und des genau abgestimmten Behandlungsverlaufs, der computergesteuert, kontrolliert und dokumentiert erfolgt. Während der Elektrodenplatzierung ist der Strom schon aktiv, um bereits losgelöste Tumorzellen im elektrischen Feld zu binden. In der Regel reichen bis zu drei Stunden aus, um das Gewebe schrittweise zum Absterben zu bringen."

Indikationen für die ECT sind laut Weber:
1. Krebs der Haut und Schleimhaut (besonders
Melanome, Basaliome, Spinaliome)
2. Hautmetastasen
3. Weichteiltumore
4. isolierte Organmetastasen
5. zum Teil Tumore innerer Organe
6. Prostatakrebs, Prostatahypertrophie
7. gutartige Wucherungen;
Hämangiome, Schilddrüsenadenome,
Keloide
8. zum Teil Brustkrebs, auch rezidive
nach Strahlen und/oder Chemotherapie

GR: Welche Vorteile bietet die Behandlung mit der ECT?
Weber: „Die Tumorzellen werden durch den Strom sofort repolarisiert und verlieren dadurch ihre Tendenz, sich unabhängig vom Körpersystem selbstständig zu vermehren. Dadurch ist die Gefahr einer Metastasierung, wie sie im Rahmen operativer Eingriffe leicht ausgelöst werden kann, nahezu ausgeschlossen. Die zellzerstörenden Effekte betreffen ausschließlich entartete Zellen, gesundes Gewebe bleibt unbeeinflusst. Die Behandlung ist fast schmerzfrei und kann ambulant durchgeführt werden. Die Lebensqualität wird nicht beeinflusst.
Eine hohe Erfolgsrate, die meist eine nachfolgende Chemo- und/oder Strahlentherapie erübrigt, sprechen für sich."

GR: Wie wird die Therapie durchgeführt?
Weber: „Der Patient liegt bequem. Je nach Tumorart werden Hautelektroden aufgelegt oder – nach erfolgter Lokalanästhesie – unter Spannung stehende isolierte Nadelelektroden an den Tumor eingestochen. Der Stromfluss wird über das computergesteuerte ECT-Gerät genau geregelt und permanent aufgezeichnet. Der Kurvenverlauf von Widerstand, Spannung und Stromfluss gibt Aufschluss darüber, ob noch bösartiges Gewebe vorhanden ist. Nach der Behandlung kann der Patient unbeeinträchtigt seinen Tagesablauf gestalten."

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