Magenkrebs
Magenkarzinom
Ein Magenkarzinom (Magenkrebs) ist eine Krebserkrankung des Magens. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten hat die Anzahl an Neuerkrankungen pro Jahr in den westlichen Ländern seit Jahren kontinuierlich abgenommen. Hauptrisikofaktoren für die Entstehung eines Magenkarzinoms sind eine nitrosaminreiche Ernährung sowie eine chronische Infektion mit Helicobacter pylori. Zentrale Bedeutung in der Diagnostik des Magenkrebses hat die Magenspiegelung (Gastroskopie).
Epidemiologie
Weltweit betrachtet stellt das Magenkarzinom den zweithäufigsten Tumor des Menschen dar. In Deutschland macht Magenkrebs nur rund fünf Prozent aller malignen Erkrankungen aus. In der westlichen Welt geht die Krebsart mittlerweile im Vergleich zu anderen Krebsarten zurück. So war sie 1930 die häufigste Krebstodesursache in den USA, heute ist Magenkrebs nur noch für rund 2,5% der Krebstoten verantwortlich. Dies lässt sich durch ein besseres Langzeitüberleben der Patienten erklären, ist aber vor allem der Abnahme der Neuerkrankungsrate zu verdanken. Diese fiel von 38:100.000 in den Dreißigern auf rund 5:100.000 im 21. Jahrhundert. In den meisten Ländern sind Männer gegenüber Frauen doppelt so oft von der Krankheit betroffen.
Im Jahr 2002 wurden in Deutschland knapp 20.000 Fälle diagnostiziert. Männer sind etwas häufiger als Frauen betroffen (Verhältnis etwa 3:2). Der Häufigkeitsgipfel liegt jenseits des 50. Lebensjahres.
Symptome
Die Diagnose des Magenkarzinoms wird dadurch erschwert, dass Karzinome, die noch klein sind und operativ vollkommen entfernt werden können, in der Regel keinerlei Symptome verursachen. Erst spät zeigen sich für den Patienten Symptome wie ein Völlegefühl im Oberbauch, das bei weiterem Wachstum in dauerhafte Schmerzen übergehen kann. Appetitlosigkeit, oft zusammen mit Übelkeit und Brechreiz, ist ein häufiges Spätsymptom, führt aber selten zur Vorstellung beim Arzt. Schluckstörungen sind ein Symptom fortgeschrittener Tumoren am Mageneingang. Brechreiz und Übelkeit werden eher bei Tumoren des Magenausgangs beobachtet.
Typen
Man unterscheidet je nach der Form des Tumorwachstums vier Typen von Adenokarzinomen des Magens. Das polypoide Adenokarzinom wächst wie ein Polyp von der Mageninnenseite in das Magenlumen ein. Das ulzerierende Adenokarzinom zeichnet sich durch die Bildung einer Schleimhautschädigung im Sinne eines Geschwürs aus. Gegenüber gutartigen Magengeschwüren zeigt das Karzinom unregelmäßigere Ränder. Beide Typen machen je ein Drittel der Magenkarzinome aus. Rund ein Zehntel aller Magenkarzinome sind vom diffusen Typ. Diese Tumore wachsen nicht in das Lumen ein, sondern infiltrieren das Gewebe des Magens. Die Tumorzellen induzieren eine Fibrose in der Schleimhaut- und der Muskelschicht des Magens, was zu einer Wandverdickung führt. Der diffuse Typ ist mit einer besonders schlechten Prognose assoziiert. Als Frühkarzinom des Magens bezeichnet man einen Tumor, der auf die Schleimhaut oder die Submukosa beschränkt bleibt. Obwohl rund 20% der Frühkarzinome bei Diagnosestellung bereits metastasiert haben, besitzen sie im Vergleich zu den anderen Arten eine relativ gute Prognose.
Viel seltener als Adenokarzinome sind adenosquamöse Karzinome, Plattenepithelkarzinome und undifferenzierte Karzinome.
Prognose
Da Magenkrebs in der Regel erst in weit fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird (70 % aller Fälle werden in Tumorstadien III und IV erkannt), ist die Sterberate insgesamt relativ hoch. Bei frühzeitiger Erkennung (Stadium I) beträgt die 5-Jahresüberlebensrate 65 bis 80 %, bei fortgeschrittenen Krebsstadien sinkt sie dramatisch. Für den westeuropäischen Raum betragen die 5-Jahresüberlebensraten nach Sammelstatistiken 65 % im Stadium I, 22 % im Stadium II und 5 % im Stadium III. Im Tumorstadium IV ist eine 5-Jahres-Überlebenszeit nicht zu erwarten. Sollte man die ersten fünf Jahre überleben, besteht eine 50- bis 90-prozentige Chance, den Krebs zu besiegen.
Quelle
http://de.wikipedia.org/wiki/Magenkrebs





IMAGINE ORANGE